Wieder zu Hause

Nach mehr als vier Wochen sind wir gut und mit vollen Eindrücken wieder zu Hause angekommen. Aus gegebenem Anlass trafen wir uns heute beim Mexikaner in unserer Homezone. Einige der Personen sollten als „Akteure“ dieses Blogs wieder zu erkennen sein. 😉

Es hat Spaß gemacht, und wir danken allen Lesern für’s Verfolgen. Uns macht es viel Freude, unsere Erlebnisse auf diesem Weg mit Euch teilen zu können.

Von den Sonnenblumen zu den Nachtwächtern

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der niederländischen Kunstgeschichte. Als erstes ging es zum Van-Gogh-Museum – wie bisher natürlich auch ohne Anstehen dank vorgekaufter Karten.

Das Museum zeigt sehr viele Gemälde des Künstlers, die weitestgehend chronologisch angeordnet sind und immer auch Informationen und Eindrücke zu seinem privaten Leben vermitteln sollen. Das Haus war größer als ich erwartet hatte, und es war ziemlich voll.

Anschließend ging es weiter mit Kunst, wir besuchten das berühmte Rijksmuseum gleich in der Nachbarschaft.

Das Haus wurde vor 5 Jahren umfangreich umgebaut. Interessant ist, dass eine hochfrequentierte Fahrrad-Straße mitten durch das Haus führt.

Das berühmteste Werk des Hauses ist „Die Nachtwache“ von Rembrandt.

Abends ließen wir den Tag und damit unsere gemeinsamen Tage in Amsterdam sehr nett ausklingen.

Auf dem Weg zurück zum Hotel kamen wir dann noch einmal an der Nachtwache vorbei.

Hinter‘m Jordaan geht’s weiter

Heute stand im Vordergrund die Besichtigung der Stadt. Zuerst sind wir „über den Jordan“ gegangen 🙂 … einer der ältesten Stadtteile Amsterdams mit wunderbaren alten Häusern, kleinen Gässchen, ruhigen Kanälen und niedlichen Geschäften.

Anschließend entschieden wir uns für eine 1-stündige Grachtenfahrt in einem kleinen Boot. Chillig und sonnig ging es erst durch die Prinzen- und danach durch die Herrengracht zurück. Bea fühlte sich durch die männliche Streckenführung zwar etwas benachteiligt, dies tat unserem Vergnügen jedoch keinen Abbruch.

Ausgeruht von der Fahrt ging es zum Fährhafen hinter den Hauptbahnhof. Um auf die andere Uferseite gelangen zu können fuhren minütlich Fähren, die mehr als gut ausgelastet waren. Innerhalb kürzester Zeit waren wir auf der anderen Seite. Hier befindet sich der A.DAM-Tower. Die Aussichtsplattform in luftiger Höhe erreicht man über einen Aufzug mit Lichtshow und Star-Wars-Sound. Oben gab es neben Chill-Out-Lounge und Schaukeln eine tolle Aussicht über Amsterdam.

Für den späten Nachmittag erwartete uns ein weiteres Highlight – ein Room-Escape in Amsterdam durfte natürlich nicht fehlen. Unsere Aufgabe bestand darin, das goldene Herz von Elisabeth van Leeuwenheart zu finden. Der Raum hatte abwechslungsreiche aber sehr schöne Rätsel, die wir in knackigen 47 Minuten erfolgreich lösen konnten.

Den Abend haben wir im Rittersaal bei den De’Vijf Vliegen (Fünf Fliegen) ausklingen lassen.

Von versteckten Räumen und ausklappbaren Kanzeln

Nach dem Frühstück ging heute zuerst zum Anne-Frank-Haus. Bea hatte bereits vorher Karten im Internet gekauft. Wir mussten zu einer bestimmten Zeit dort sein, dafür jedoch nicht anstehen. Das Haus, in dem sich Anne Frank, ihre Familie sowie vier weitere Personen vor der Deportation durch die Nazis von 1942 bis 1944 versteckten, ist in ein Museum integriert bzw. umgebaut worden, welches erwartungsgemäß sehr beeindruckend war. Insbesondere der Schritt durch den umgebauten Bücherschrank, der die oberen Etagen des Hinterhauses geschickt von den restlichen Räumen des Lagerhauses abtrennte und somit verbarg, ist verbunden mit einem ziemlich ergreifenden Gefühl.

Die Geschichte bzw. die Tagebücher der Anne Frank sind bekannt, das Museum ist in meinen Augen ein „Must-See“ eines jeden Amsterdam-Besuchers.

Bea, und das möchte ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, hat sich im Vorfeld super um die Vorbereitung gekümmert. Somit haben wir für alle potentiell überfüllten Sehenswürdigkeiten bereits Karten und müssen nicht anstehen.

Wir haben übrigens das „verbindende Element“ der drei Teile unserer Reise (San Francisco, Mexiko, Amsterdam) gefunden. Das folgende Bild sagt alles. 🙂

Unsere nächste Station war der Königspalast. Recht fortschrittlich hatten die Amsterdamer bereits im 17. Jh. ein ziemlich großes Rathaus errichtet. Die Skulpturen und Malereien im Inneren orientieren sich unter Nutzung von antiken Gottheiten und Mythen an den Werten von Demokratie, Recht und Gleichberechtigung.

Somit ist es umso erstaunlicher, dass unter der französischen Herrschaft Anfang des 19. Jh. dieses Gebäude dann als Schloss und Amtssitz der königlichen Familie umfunktioniert worden war.

Am Nachmittag besuchten wir dann noch ein ganz besonderes Museum mit dem Namen „Unser lieber Herrgott auf dem Dachboden“. Hier buchte Bea sogar eine persönliche Führung ganz für uns alleine. Im „Goldenen Zeitalter“ des 17. und 18. Jh. war Amsterdam überwiegend calvinistisch geprägt, was vereinfacht als eine protestantische Religionsrichtung angesehen werden kann. Andere Religionsgruppen wurden zu dieser Zeit toleriert, durften aber „öffentlich“ nicht in Erscheinung treten. Somit konnten beispielsweise auch keine katholischen Kirchen errichtet bzw. offiziell betrieben werden. Was man dagegen in den eigene vier Wänden praktizierte war egal. Und so wurden die Amsterdamer mit katholischer Konfession kreativ. Sie errichteten kleine Kirchen auf ihren Dachböden, luden Glaubensfreunde ein zu gemeinsamen Gottesdiensten und bauten diese Kirchen Stück für Stück weiter aus.

Die Dachbodenkirche, die wir in diesem Museum besuchten, erstreckte sich bereits über drei Häuser (Vorderhaus und 2 Hinterhäuser). Es gibt zwei schmale Ränge, wie üblich einen Altar und sogar eine Orgel. Über schmale Treppen erreichten die Teilnehmer eines Gottesdienstes den Dachboden, der früher zu Spitzenzeiten bis zu 300 Menschen aufnehmen konnte.

Generell mussten die Amsterdamer aufgrund der geringen Platzverhältnisse in den Häusern kreativ sein, wenn es um die geschickte Raumaufteilung ging. Somit ist es konsequent, dass es in dieser Dachbodenkirche auch eine Kanzel gibt, die bei Bedarf (z.B. zu einem Gottesdienst) aus einer Seitentür des Altars „herausgeklappt“ wird – Ikea lässt grüßen. 😉

Unsere Führerin hatte so viel Spaß, uns all die kleinen Dinge und Hintergründe zu erläutern, dass sie total die Zeit vergaß. Nach zwei Stunden waren wir die letzten Besucher in dem Museum. Unter den mürrischen Blicken ihrer Kollegen mussten wir dann letztendlich gemeinsam mit ihr zusammen das Museum verlassen. Da sie noch eine halbe Stunde zu überbrücken hatte und wir so interessiert waren hing sie noch eine kleine persönliche und spontane Stadtbesichtigung hinten dran – super!

Wir haben ihre Kontaktdaten erhalten, die wir mit unserer Empfehlung sehr gern weiter geben möchten – falls also jemand demnächst Amsterdam besucht und Interesse haben sollte?

Am Abend speisten wir noch sehr lecker und liefen durch das Amsterdamer Rotlicht-Viertel zurück zum Hotel.

Kultur-Kontrast

Auch wenn wir uns nun aus Mexiko verabschieden mussten, unser Urlaub ist noch nicht vorbei! Es beginnt nun der dritte und letzte Teil unserer Reise. Von Cancún aus ging es gestern/heute mit British Airways über London also nicht zurück nach Berlin sondern nach Amsterdam. Die Nacht im Flieger war kurz (so richtig schlafen konnten wir nicht), wir erreichten planmäßig den Flughafen Amsterdam-Schiphol gegen 13 Uhr Ortszeit (inklusive unseres vollständigen Gepäcks). Mit Bahn und Metro machten wir uns sogleich auf den Weg in Richtung Hotel. Es ist ein Hotel der Kette „Motel One“, ist brandneu und liegt sehr gut in zentraler Lage der Stadt. Kurz bevor wir das Hotel erreichten sind bereits unsere Freunde Bea und Frank aus Berlin angekommen. Unser Plan ist es, dass wir gemeinsam die nächsten vier Tage hier in Amsterdam verbringen werden.

Nach dem Check-In sowie einem Kaffee stand bereits unser erster Programmpunkt an. Da sich das Rembrandt-Haus in direkter Nähe zu unserem Hotel befindet wollten wir da natürlich gleich hin, um den angebrochenen Nachmittag noch entsprechend ausfüllen zu können.

Das nenn ich jetzt aber mal einen Kultur-Kontrast. Gestern haben noch die letzten Zeilen aus dem und über das Gebiet der Maya geschrieben, heute halten wir mit niederländischer Kunstgeschichte aus der Zeit des Barocks dagegen. Ich hab lange überlegt, wie ich zwischen diesen beiden Teilen eine thematische „Brücke“ schlagen kann, leider ist mir Nichts eingefallen. Vielleicht hat ja jemand eine Idee und schreibt es in den Kommentaren.

Das Rembrandt-Haus ist nicht besonders groß, dafür aber nicht weniger interessant. Die Einrichtungsgegenstände sind allerdings größtenteils nicht original. Im Jahr 1658 musste Rembrandt Bankrott anmelden, sein Haus sowie seine Habseligkeiten wurden versteigert. Es wurde damals eine ziemlich genaue Auflistung der versteigerten Sachen angefertigt. Diese ist bis heute überliefert und diente als Grundlage für die Erstellung des heutigen Museums sowie dessen Einrichtung. Neben den Wohn-, Arbeits- und Geschäftsräumen des Künstlers gab es im Dachgeschoss des Hauses sogar ein Atelier, in dem mehrere Schüler Rembrandts ausgebildet wurden.

Den Abend verbrachten wir gemeinsam in einem Tapas-Restaurant in der Nähe unseres Hotels.

Adiós México

Teil 2 unserer Reise ist nun zu Ende. Um 17:35 Uhr Ortszeit wird unser Flieger von Cancún in Richtung London starten.

Die Mietwagenstation hat uns erfolgreich unseren Chinesen abgenommen. Insgesamt sind wir in Mexiko 3.282 Kilometer gefahren. Das ist mehr als ich erwartet hatte. 😉

Abschließend zu unserem Mexiko-Urlaub können wir mitteilen, dass bis jetzt alles (wirklich alles) sehr gut geklappt hat. Sämtliche organisatorischen Dinge rund um Hotels, Mietwagen usw. liefen ohne Probleme. Die Verständigung mit den Landsleuten war insbesondere in den weniger touristischen Bereichen manchmal eine kleine Herausforderung, aber nie wirklich ein Problem. Englisch ist nicht sehr verbreitet, dafür konnten wir unser bisher nicht vorhandenes Spanisch-Vokabular um ein paar Wörter anreichern. 😉

Juego de Pelota

Spiele verbinden seit je her die Völker und so auch die Kulturen in Mesoamerika. Bei den Azteken wie bei den Maya, bei den Tolteken wie bei den Zapoteken, in der Hochebene, im Urwald und am Meer – überall wurde es gespielt.

Juego de Pelota wie sich das Spiel nennt beweist, wie sehr sich die Kulturen doch gegenseitig beeinflusst haben.

Das Spielfeld, meist in Form eines doppelten T mit Schrägwänden, konnten wir an fast allen unseren besuchten archäologischen Stätten entdecken. Gespielt wurde hier mit einem Kautschukball (Hule), welcher aber nur mit Ellenbogen, Hüften und Knien geschlagen werden durfte. Die genauen Regeln des Spieles sind jedoch nicht überliefert, und werden sich innerhalb der Kulturen und der Zeiten doch unterschieden haben. Manchmal findet man Zielringe an den Wänden der Anlagen, andermal Steinmarken mitten auf dem Spielfeld.

Monte Albán:

Palenque:

Calakmul:

Becán:

Uxmal:

Chichén Itzá:

Cobá:

Doch das Spiel ist wohl weit mehr als reiner Zeitvertreib gewesen, was schon die Lage der Ballspielplätze in der Nähe der zentralen Kultstätten vermuten lässt. Unser Reiseführer spricht hier von „religiöskosmischen Dimensionen“, wird dabei aber wenig konkreter.

Ob die Maya, welche für ihre religiösen Menschenopfer bekannt waren, auch die Verlierer eines solchen Ballspieles opferten ist nicht bewiesen. Aber wenn Mexiko in ein paar Wochen sein erstes Spiel in einem heutigen völkerverbindenden Ballspiel hoffentlich verlieren wird, werden die Auswirkungen sicher weniger dramatisch sein 😉.

American Mexico

Ein ganzer Tag stand uns nun noch zur Verfügung. Und da es wettertechnisch heute recht unbeständig werden sollte entschieden wir uns für etwas, das wir bisher noch nicht auf dem Plan hatten. Wir fuhren heute nach Cancún, um dort die „Zona Hotelera“ zu besichtigen.

Cancún war bis in die 50er Jahre ein kleines Fischerdorf auf einer Insel, sogar die Maya hatten dort schon gesiedelt. In den 70er Jahren begann man dann, zwei Dämme zu bauen, um die Insel mit dem Festland zu verbinden. Die schmale Insel sollte nun Hotels aufnehmen, auf dem Festland wurden in streng geometrischen Straßenzellen die arbeitenden Menschen untergebracht sowie ein internationaler Flughafen errichtet. Die Stadt, die ehemals als Gegenpol zu Acapulco gedacht war, besitzt heute über 600.000 Einwohner. 6 Millionen Touristen kommen jährlich, der Flughafen ist nach Mexiko-Stadt der zweitgrößte des Landes.

Die Stadt teilt sich auf in „Zona Centro“ und „Zona Hotelera“. Letztere ist eine Aneinanderreihung von Hotels und Ressort-Anlagen auf der ca. 20 km langen Insel, die aus der Luft betrachtet wie eine 7 aussieht.

Im nördlichen Bereich gibt es einen Aussichtsturm, dessen Plattform sich um die eigene Achse dreht. Trotz eines Preises, der selbst für deutsche Verhältnisse hoch ist, entschieden wir uns dafür und wurden mit einer tollen Aussicht belohnt. Es bestätigt sich, dass diese Hotelzone sehr schmal und lang ist. Zwischen dem Festland und der ehemaligen Insel bildet sich dadurch eine Lagune.

Wir fuhren dann noch ein Stück weiter, in dem teuersten und zentralen Distrikt der „Insel“ probierte Maiky dann die Wellen der Karibik aus.

Übrigens haben wir damit innerhalb eines Urlaubs zwei Ozeane gesehen. 😉

Noch ein Stück weiter erreichten wir dann ein riesiges Shoppingcenter. Neben Marken-Produkten in Designer-Läden werden unzählige Attraktionen, Touren und sportliche Aktivitäten angeboten. Die Preise liegen deutlich über dem Niveau des restlichen Landes. Gezahlt werden kann überall auch in US-Dollar. Überhaupt hat man hier nicht mehr das Gefühl, in Mexiko zu sein. Ein Vergleich mit dem Überangebot und der bunten aggressiven Marketing-überladenen Event- und Show-Industrie der Amerikaner drängt sich auf. Das hier ist definitiv nicht mehr das traditionelle Mexiko. Es ist das Mallorca der Amerikaner in der Karibik.

Für die abendliche und nächtliche Unterhaltung stehen Casinos, mehrere Clubs sowie ein Musical-Theater zur Verfügung. Alternativ ist der Besuch einer Piraten-Show im karibischen Gewässer möglich.

Ich bin sehr froh darüber, dass wir uns dem Land Mexiko nicht nur geografisch sondern auch kulturell aus einer anderen Richtung angenähert haben.

Den gestrigen Blog-Eintrag von Maiky muss ich allerdings korrigieren – wir haben gestern nicht den letzten Maya-Tempel unserer Reise besucht. 🙂 Tatsächlich gibt es auf dieser Konsum-orientierten Insel Zeugnisse der Maya zu besichtigen.

Den letzten Abend in Mexiko besuchten wir in einem ganz besonderen Restaurant auf Empfehlung unseres Hotel.

Der letzte Tempel

Nachdem wir nun bereits 13 Ausgrabungsstätten der Ureinwohner Mexikos besucht haben, sollte heute unsere letzte folgen. Die archäologische Stätte in Tulum liegt direkt am Meer und ist daher noch mal etwas Besonderes.

Große Pyramiden, beeindruckende Tempel oder tolle Fresken gibt es hier eher nicht, dennoch wird die Stätte geradezu von Touristen belagert.

Wir waren recht früh da und konnten etwas zwischen den Ruinen spazieren bevor es uns dann doch zu voll wurde.

Souvenirhändler gab es hier zum Glück nur außerhalb der Anlage, dafür waren das dann gleich ganze Supermärkte voller Andenken. Dort konnte man auch die „Voladores de Papantla“ beobachten, die für Touristen einen mexikanischen Brauch vorführen.

Für den Abend haben wir uns vom Hotel ein Restaurant mit typisch mexikanischem Essen empfehlen lassen, und es war sehr gut.